Artikel vom 23.05.2005 aus SÜDWEST AKTIV

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KIRCHE / Tiersegnung in Donzdorf

"Es sind Geschöpfe Gottes wie wir"

Mit der Segnung des Tierherbergegeländes im Lautergarten und aller
mitgebrachten Tiere setzte der Donzdorfer Pfarrer Anton Gruber ein Zeichen
für den bewussten, schöpfungsgerechten Umgang der Menschen mit Lebewesen
aller Art. Die Zahl der zur Segnung erschienenen Tiere und deren Besitzer
gab dem Kirchenmann Recht.

URSULA RESCH

DONZDORF

Bereits von weitem war freudiges Gebell und aufgeregte Umtriebigkeit
auszumachen. Beim Näherkommen konnte man hauptsächlich Hunde aller Rassen,
ob groß oder klein, alt oder jung, gesund oder krank sehen, deren Besitzer
die Segnung für ihren Liebling wichtig fanden. "Wir wollen ein Zeichen
setzen für den positiven Umgang mit Tieren aller Art und möchten
hauptsächlich die Einrichtung und die Tiere, die im Moment hier leben
segnen lassen", begründete die Leiterin der Tierherberge in Donzdorf,
Martina Heinzmann, die Aktion.

Gute Wünsche für alle

Für Pfarrer Anton Gruber war dies ein sicherlich ungewöhnlicher Ort für
eine Segnung, aber nicht das erste Ereignis dieser Art. "Ich habe bereits
eine Pferdesegnung durchgeführt, das war auch sehr schön", berichtete
freudig der Geistliche. Im ersten Akt segnete der Pfarrer die Einrichtung
samt Mitarbeitern und nach kurzer musikalischer Umrahmung auch die Tiere
der zahlreich erschienen Besucher. Vor allem Hunde, aber auch Katzen und
ein mit Blumen geschmücktes Pony standen oder saßen erwartungsvoll bereit.
Viele der Hunde sowie das Pony waren von ihren Besitzern aus der
Tierherberge geholt worden, ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Gedanken
des Tierschutzes.

"Wir haben hier Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen und Pferde -
sogar ein kleiner Fuchs wird gerade aufgepäppelt", erzählt eine
Mitarbeiterin. Die meisten der Bewohner haben ein schweres Schicksal hinter
sich, wurden entweder misshandelt, ausgesetzt, an einem Baum im Wald
angebunden oder vorbeigebracht und werden jetzt in der Donzdorfer
Tierherberge versorgt.

Vielen ist ihr vergangenes Leid anzusehen: Dreibeinige Hunde, Tiere mit
Ekzemen, verschreckte und ängstliche Vierbeiner, die alle auf neue und vor
allem gutherzige Besitzer warten oder auch schon gefunden haben. So lautete
auch der Segensspruch und die Bitte von Anton Gruber : "Geht so miteinander
um, dass wir Freunde sind, es sind Geschöpfe Gottes wie wir." In der
Tierherberge haben sie bereits mitfühlende Herzen und sanfte
Hände
gefunden.